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Schinken

Schinken werden in der Küchensprache die hinteren Oberschenkel des Schweins genannt. Sie gelten als sein wertvollstes Fleisch. Ausgelöst wird es als Oberschale und Unterschale gehandelt.

Der Begriff wird aber vor allem für fertig zubereitete Schinken verwendet, die meist kalt gegessen werden. Dazu werden sie je nach Zubereitungsart gepökelt, gekocht, gebraten, getrocknet oder geräuchert.

Kochschinken wird erst gepökelt und dann gekocht, z. B. Kochschinken Pariser Art. Teilweise wird der Schinken nach dem Kochen noch leicht geräuchert, ein berühmtes Beispiel ist der Prager Schinken, der geschmort oder im Brotteig gebacken auch für warme Gerichte verwendet wird. Kochschinken ist nur kurze Zeit haltbar.

Rohschinken

Luftgetrockneter Schinken wird vor allem in südeuropäischen Ländern hergestellt, in denen das Klima langsames Trocknen ermöglicht. Bekannt ist der italienische Parmaschinken, der leicht gepökelt und dann für mehr als ein Jahr an der Luft getrocknet wird. Der spanische Serrano-Schinken wird auf vergleichbare Weise hergestellt. Eine besondere Spezialität ist der Jamón Ibérico de Bellota (wegen der schwarzen Farbe der Rasseschweine auch jamón de pata negra genannt), der von freilebenden, halbwilden iberischen Schweinen stammt, die sich von Eicheln der Steineiche ernähren.

Räucherschinken hat seinen Ursprung in kälteren und feuchteren Regionen, in denen das Fleisch bei der bloßen Trocknung zu verderben droht. Durch das Räuchern hat er einen kräftigeren Geschmack, wird aber auch etwas zäher als allein luftgetrockneter. Typisch sind Westfälischer Schinken und der stark geräucherte Schwarzwälder Schinken. Geräuchert wird er in speziellen Räucherkammern oder traditionell in einer sogenannten Kate

Als Vorderschinken darf nach deutschem Lebensmittelrecht auch das ähnlich wie Schinken verarbeitete Fleisch der Schweineschulter bezeichnet werden. Formfleischvorderschinken ist ein Imitat aus zerkleinertem Fleisch und Fleischresten (mit zusammen einem Gewichtsanteil von 40-60%), die mit hydrolisiertem Bindegewebe, Dickungs-, Bindemitteln, weiteren Zusatzstoffen und Wasser zu einem Teig verarbeitet und schließlich zu einer schnittfesten Masse gegart werden. In der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie wird er häufig anstelle von Kochschinken verwendet.

Das Wort Schinken bezeichnet ursprünglich das Bein im Sinne von Knochen. Gemeinsam mit Schenkel stammt es von der indoeurpoäischen Wurzel [s]keng für schief, krumm ab (vermutlich wegen der Krümmung des Oberschenkelknochens). Der Name der Krankheit Skoliose (des Buckels) ist gleichen Ursprungs. Mit Schinken im übertragenen Sinn werden seit dem 18. Jahrhundert alte, schwere, damals in Schweinsleder gebundene Bücher bezeichnet, der Begriff wird aber auch scherzhaft für wuchtige Gemälde, die Ölschinken verwendet und schließlich für das Gesäß.

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