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Zimt

Der Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum verum, Synonyme C. zeylanicum oder C. ceylanicum), der die Quelle des Gewürzes Zimt (v. mittelhochdt.:"zinemin"; lateinisch "cinnamomum", griechisch "kinnámomon", aus dem Semitischen) ist, stammt aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Er zeichnet sich dadurch aus, dass seine großen, rechteckigen Blätter im jungen Stadium leuchtendrot sind und später dunkelgrün mit weißen Blattadern werden. Das Aroma des Zimtbaumes geht auf das in ihm enthaltene Zimtöl zurück, das zu 75 Prozent aus Zimtaldehyd besteht.

Historie

Zimt ist eines der ältesten Gewürze, das angeblich schon 3000 v. Chr. in China als Gewürz verwendet wurde. Im Europa des 16. bis 18. Jahrhundert galt Zimt als eines der besonders teuren und kostbaren Gewürze. So verbrannte der Kaufmann Anton Fugger 1530 die Schuldscheine Karls V. vor dessen Augen in einem Feuer aus Zimtstangen und demonstrierte damit seinen Reichtum.

Verwendung von Zimt und Zimtderivaten

Zimt als Gewürz

Als Gewürz – vor allem für Süßspeisen, Gebäck und Glühwein - verwendet man die Rinde (lateinisch Cortex Cinnamomi) des Ceylon-Zimtbaums und zwar die dünne Innenschicht, die sich röhrenartig zusammenrollt. Neben diesem so genannten Stangenzimt ist auch gemahlener Zimt im Handel. Aus den Abfällen wird das Zimtöl gewonnen, das zum Aromatisieren von Likören sowie als Duftstoff in der Parfümindustrie verwendet wird. Regional werden die Blätter ähnlich wie Lorbeerblätter verwendet.

Der Gewürzhandel unterscheidet zwischen dem in Sri Lanka heimischen Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum ceylanicum) und dem etwas schärfer würzenden, aus China stammenden Kassia-Zimt (Cinnamomum cassia). Bis in die sechziger Jahre war Vietnam die wichtigste Quelle des Cassia-Zimtes, durch die Auswirkungen des Vietnam-Krieges wurde die Zimtproduktion im Hochland von Sumatra (Indonesien) forciert.

Zimt zur Senkung des Blutzuckerspiegels

In einer Studie, die am Forschungszentrum für Landwirtschaft und Ernährung in Beltsville (USA) durchgeführt wurde (Bericht darüber [1]), stellten Wissenschaftler fest, dass selbst geringe Mengen an Zimt im Essen den Blutzuckerspiegel senken.

Grund dafür ist der Bestandteil MHCP (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer) im Zimt, der im Experiment ähnlich wie Insulin wirkt und somit die Aufnahme von Zucker in die Zellen unterstützt.

In einer Studie mit Personen, die an Diabetes 2 leiden, stellte man fest, dass diejenigen, die täglich einige Gramm Zimt zu sich nahmen, einen um die 20 Prozent geringeren Blutzucker-Wert hatten als eine Kontroll-Gruppe. Teilweise verschwanden sogar die Symptome der Erkrankung. Nach Absetzung der Zimt-Therapie kehrten die Beschwerden wieder zurück.

MHCP senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern verringert auch den Fett-Anteil und die Cholesterin-Menge im Blut.

Ätherisches Zimtöl

Man unterscheidet das ätherische Öl aus den Blättern und der Rinde, das mittels Wasserdampf-Destillation gewonnen wird. Das Zimtblätteröl besteht aus 80 % Phenolen, Sesquiterpene, Aldehyde und Ester. Das Zimtrindenöl hat 70 % Zimtaldehyd, 10 % Phenole, Monoterpene, Sesquiterpene, Ester und Monoterpenole als Inhaltsstoffe. Beide ätherischen Öle sind sehr hautreizend.

Die Zimtöle dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da sie wehenauslösend wirken.

Zimt in der Umgangssprache

In der Umgangssprache ist Zimt etwas, das man für dumm, unsinnig, wertlos hält, was einem lästig ist ("red' nicht solchen Zimt!"). Diese Begriffsänderung des Wortes Zimt leitet sich aus dem Rotwelschen (Gaunersprache) ab. Dort stand das Wort Zimt für Gold, da dieses aber durch Beimengungen häufig gefälscht wurde, sagte man zu jemandem 'mach' keinen Zimt', wenn man ihn als Fälscher bloßstellen wollte.

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